Programmiersprachen   -  MicroDOS BASIC      PASCAL

Sogenannte höhere Programmiersprachen werden verwendet, um für bestimmte rechnerisch lösbare Probleme einen praktischen Weg zur Verfügung zu haben, ohne sich großartig mit den Grundlagen der Mikroelektronik auszukennen. Lösungen im Maschinen-Code (MC) zu programmieren ist extrem zeitaufwendig. Auch die Lösung in einer Assemblersprache, die sich sehr nah am Maschinencode anlehnt, ist sehr aufwendig. Aus diesem Grund wurden die "höheren" Programmiersprachen entwickelt.
Je nach Anwendungsfall und Bedarf sind sie unterschiedlich geeignet, um spezielle Lösungen zu entwickeln. Die bekanntesten Programmiersprachen sind BASIC und PASCAL und C (C++), gelegentlich noch FORTH. Es gab auch noch viele Andere, wie z.B.: Modula, Logo, FORTRAN, PL/1 usw. Im allgemeinen sind die Befehle in ihrer Syntax an die menschliche Sprache und Logik angelehnt. Begrifflich wurden so einige Elemente implementiert. Beim Ausführen eines solchen Programms sind / werden die Befehle in maschinenverständliche Form umgesetzt. Mitunter nicht so effektiv wie ein direktes MC-Programm. Dafür ist aber die Entwicklungszeit deutlich kürzer. MC-Programme können ca. zwei- bis zehnmal schneller ausgeführt werden und belegen auch nur ein Drittel bis halben Speicherplatz. So wurde z.B. das bekannte MS-DOS in C geschrieben. Das PTS-DOS ("sog. Russen-DOS") in Assembler. Bei gleichen Funktionsumfang belegt es nur eine Diskette, anstatt drei, wie beim MS-DOS 6. Es ist auch spürbar schneller und bringt auch schon eine kleine Bedieneroberfläche (Shell) mit.
Im Groben unterscheidet man zwischen Compiler- und Interpretersprachen. Bei Compilersprachen wird der fertige fehlerfreie Quellcode direkt in ein ausführbares Programm für den Computer übersetzt. Beim Interpreter wird der Quellcode Zeile für Zeile abgearbeitet. Diese Programme benötigen zum Ausführen diesen Interpreter. Für bestimmte Anwenderprogramme genügt in vielen Fällen auch ein sogenanntes Laufzeitmodul (RunTimeModul).
Weitere praktische Lösungen sind Programme für immer wiederkehrende gleiche Arbeitsaufgaben. Wie z.B. Textverarbeitungen, Datenbanksysteme und Kalkulationsprogramme. Sie brachten überhaupt erst den Durchbruch der Computertechnik im Büro und Heimbereich, fortgesetzt mit der Datenfernübertragung, Bildverarbeitung und natürlich den Computerspielen.
Vom VEB MPM, später "de-pro-ma elektronik GmbH", wurden für MicroDOS die zwei höheren Computersprachen BASIC und Pascal ins Angebot aufgenommen. Für BASIC als Programmiersystem, mit Compiler ( BASC ) und Interpreter ( BASI ) wurde ein Preis von 102,- Mark veranschlagt. Diese Diskette FP 1003 sollte so ab Mai 1990 in den Handel kommen.
Für die Diskette FP 1002 war ein angepaßtes Pascal 880/S, mit Grafik-Toolboxen für die unterschiedlichen Kleincomputer vorgesehen . Ursprünglich sollte sie bereits im April 1990 für 89,- M Interessenten zur Verfügung stehen. Im Angebot vom 05. Juli 1990 wird sie für 27,60 DM aufgeführt. Die BASIC-Diskette FP 1003 wird dort nicht mehr erwähnt.

BASIC   -   BASI   1.0    Basic Interpreter BASC   Diskette  FP 1003 BASIC ( Interpreter, Compiler ) HC-BASIC 2      PASCAL Seitenanfang

Dieser BASIC-Interpreter wurde in einem Sortiment des VEB MPM aufgeführt. Die Diskette gilt als verschollen, bzw. gelangte wohl auch kurzfristig nicht in den Handel. Diese Sprache zur Programmierung wird an dieser Stelle dokumentiert, da es sich um eine weit verbreitete leicht erlernbare Programmiersprache handelt. Insbesondere weil mit dem D004 FloppyDisk-System der Zugang zu üblicher Software für SCP ermöglicht wird. Daraus ergibt sich auch schon der eingeschränkte Umfang der Nutzung in einem KC85-System. In der PC-Betriebsart sind nur die Funktionen nutzbar die für Bürocomputer üblich waren. Allerdings lassen sich durch einbinden von Maschinenprogrammen, ESC-Sequenzen oder Nutzung der Unterprogramme des Grundgerätes viele spezifische Möglichkeiten des KC-Systems nutzen. Eine spezielle Anpassung vom MPM wurde nicht mehr realisiert.
Einen Ausweg bietet das HC-BASIC (aktuell HC-BASIC 2.0). Dieses Version wird von MicroDOS aus verwendet und nutzt dabei die Fähigkeiten des Grundgerätes. Ein Beschreibung zu den Funktionen ist in einer HLP-Datei abgelegt.
Das ist eine wünschenswerte Möglichkeit, um die speziellen Fähigkeiten des Grundgerätes mit einer einfachen Programmiersprache nutzen zu können. Theoretisch ließe sich auch eine homogene, spezielle KC85-Systemumgebung/Oberfläche schaffen. Das auch mit Hinblick auf die sogenannte Standardsoftware (Textverarbeitung, Datenbankanwendung, Tabellenkalkulation, Programmiersprachen, Dienstprogramme, Zeichenprogramme). Dazu müßten die Fähigkeiten des Grundgerätes in diese Standardsoftware implementiert werden. Mittels Konfigurationsdateien könnten Anwender sogar ihre individuellen Einstellung der Benutzeroberfläche abspeichern.

Der BASIC-Interpreter BASI (SCPX) wurde mit dem Betriebssystem SCP für Bürocomputer verwendet, z.B. PC 1715, A5110. Er benötigt 24 KByte Speicher.
Mit dem zur Verfügung stehenden BASIC-Compiler (BASC) sind die BASI-Programme in effektiv laufbare Maschinenprogramme überführbar.

BASIC-Befehle  KC85/3, KC87, SCP BASI als Kurzübersicht.
(jpg, ca. 810 KB / Quelle: Mikroprozessortechnik, K.-D. Kirves )
Der Sprachumfang entspricht den *ANSI-Festlegungen wie sie im Buch 3.60-1978 erklärt werden. *ANSI - American National Standards Institute
Durch das D004 und MicroDOS konnten auch in "PC-BASIC" programmierte Anwendungen am KC85-System genutzt werden.
In den Bildern ist zum Beispiel eine typische BASIC-Anwendung zu sehen. Es handelt sich in diesem Fall um ein Programm, daß zum verknüpfen zweier beliebiger Matrizen dient. So ein Programm verkürzte den Zeitaufwand zum Berechnen erheblich. Einzig die Eingabe der Elementwerte ist bei größeren Matrizen aufwendig und verlangt konzentriertes Arbeiten.
In den Bildern unten links u. rechts ist der Anfang und das Ende des Listings zu sehen.
BASIC   -   BASC 1.0   Basic Compiler BASI     Diskette  FP 1003 BASIC ( Interpreter, Compiler ) HC-BASIC 2      PASCAL Seitenanfang

Dieser BASIC-Compiler BASC, ist zum BASIC-Interpreter BASI, im Allgemeinen kompatibel. Mit dem Interpreter erstellte Programme, können mittels BASC in Maschinencode übersetzt werden. Die erstellten Anwenderprogramme können so vorher mit dem Interpreter ausgetestet werden. Kleine Änderungen können vor dem Übersetzen vorgenommen werden. Zu beachten sind die etwaigen Unterschiede der beiden Komponenten beim Abarbeiten / Übersetzen des Quelltextes. Zum erfassen können auch andere Editorprogramme genutzt werden.
In der Regel wir das Quellprogramm mit dem Interpreter erfaßt und die Möglichkeit der Fehlerprüfung beim Programmlauf genutzt. Unterschiede in den Behandlungsroutinen zwischen Interpreter und Compiler können so schnell korrigiert werden.

Das entstandene Quellprogramm wird mit der Typbezeichnung *.BAS für den Compiler, als ASCII-Datei abgespeichert.
   ( SAVE unter Angabe der Option "A" )

HC BASIC   -   HC-BASIC 2  Interpreter / MicroDOS PASCAL           BASIC Seitenanfang
HC-BASIC 2 starte mit einem Bildschirm im 40 Zeichenmodus. Umgeschaltet in den 80 Zeichenmodus wird mit den Tasten F1 (Control) + DEL (Entfernen). Unten: Eine kurze Funktionsprobe zu einigen Grafikbefehlen.
  LINE x,y,x',y',Farbwert  / CIRCLE x,y,r,Farbwert
HCBASIC  MPM-Info  (* pdf )      Archiv:  HCBASCOM  (* zip, pma ) HCBASIC 2   Hilfe-Beschreibung als PDF  (* pdf, ca. 13 KB )

Der Basic-Interpreter HCBASIC.COM vom VEB MPM läuft unter MicroDOS. Er ist weitgehend kompatibel zum HC-BASIC des KC85/3 und KC85/4 unter Nutzung des D004 Floppy-Systems. Es ist somit auch möglich Programme der CAOS-Betriebsart mit dem Prozessor des D004-Systems abzuarbeiten. Durch die Verwendung des zweiten Prozessors ergeben sich bestimmte Vorteile, wie z.B. eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit ( 4 MHz ).  Das HCBASIC wurde durch Mario L. überarbeitet und es entstand die HCBASIC-Version 2.0.  Die Funktionsweise, inklusive Fehlerbeseitigung wird in einer Hilfe-Datei kurz erklärt. 

PASCAL   -  Diskette  FP 1002 PASCAL 880/S        KC-Pascal BASIC Seitenanfang
PASCAL-Archiv:  PASC880S.PMA          Handbuch vom MPM Handbuch , auf Abb. klicken  (* PDFs, 323 / 658 KB )
Cover und Handbuch nachgestaltet, kein Original. Das Handbuch
wurde vom VEB MPM als Textdatei auf einen PC1715 geschrieben.

Bei Pascal 880/S der Version 3.32D handelt es sich um ein Programmiersystem, welches an die Systeme des KC85 mit D004  und dem KC-Compact angepaßt ist. Es läuft in der PC-Betriebsart unter MicroDOS. Zu dieser PASCAL-Version 880/S gehören neben Beispieldateien, auch noch die Toolboxen für die Grafikfunktionen der einzelnen Kleincomputer. Bis dato ist keine offizielle vollständige Verkaufsversion vom MPM bekannt.

Zum Pascal und den Tool-Boxen wurde noch ein Handbuch, speziell für die KC-Systeme konzipiert. Redaktionsschluß März 1990. Inwieweit diese Anpassung auch noch in den Seriendruck ging, ist nicht geklärt. Druckaufträge und die Anpassungen der Software für MicroDOS wurden im Büromaschinenwerk "Ernst Thälmann" Sömmerda organisiert. Da bisher nur die Programme TPKC und DIENSTKC mit entsprechend angepaßten Handbüchern zu den Mühlhäuser KC's bekannt sind, ist davon auszugehen, daß das Handbuch vom MPM zu PASCAL nicht mehr gedruckt wurde und nur als Textdatei vorliegt. Bei Nachfragen zu dieser Software, wurden dann die üblichen Handbücher für SCP von Robotron beigelegt.
 ( z.B.: TP, Dienst, Redabas, Kalk, BASIC, Pascal, Assembler )

Zum Pascalsystem 880/S (3.32D)  vom MPM gehören die Dateien:
PASCAL.COM
PASCAL.TXT
PASCAL.RES
PLUS.COM
CROSZREF.880
PASRETT.COM
PASINST.COM
-  Editor, Compiler
-  Fehlertextdatei
-  Restartroutine
-  Systemservice
-  Crossreferenzliste
-  Hilfsprogramm (Quelltext)
-  Installer
Toolboxen / Beispiele:
BOX3.INC  -  KC85/3
BOX4.INC  -  KC85/4
BOXC.INC  -  KCC
SORTIERT.PAS
TEST.PAS
PROBE.COM
Die BOXC.INC zum KC-Compact wurde vermutlich nicht fertiggestellt.
Mit  PASINST.COM  werden spezielle Einstellungen vorgenommen Für einen gewissen "Systemservice" sorgt das Programm PLUS.COM

Im Laufe der Softwareentwicklung des VEB MPM gab es eine Pascalversion für den KC Compact auf Kassette. Vom MPM gab es keine Pascalversionen für die Grundgeräte des KC85-Systems. Für die unterschiedlichen Grundgeräte, gab es zur Nutzung verschiedene Versionen von anderen Entwicklern.

PASCAL   -  CAOS/MicroDOS KC-PASCAL        PASCAL 880/S BASIC Seitenanfang

KC-PASCAL         ( siehe auch KC85-Labor, im Download-Bereich:  Programmiersprachen )
Erwähnt sei hier die bekannte Version KC-Pascal Vers. 4.4 , zu der es eine genauere Beschreibung gibt. Diese Version erfuhr eine Weiterentwicklung hin zur Version "KC-PASCAL V5.1".   (TU Karl-Marx-Stadt,  07/1987,  Dipl.-Ing.  Albrecht Mugler)

Zu KC-Pascal gehören:
PASENTRY.COM  ...............
PASREC.COM  .....................
PASCAL41.KCC  ..................
PASCAL42.KCC  ..................
PASCAL43.KCC  ..................
Stand 1987

KC-PASCAL 4.3 Kaltstart für CP/M-kompatible Systeme  ( Diskette )
KC-PASCAL ..... Warmstart für CP/M-kompatible Systeme ( Diskette )
KC-PASCAL für KC85/1 ( Kassette )
KC-PASCAL für KC85/2 ( Kassette, mit SETC, GETC, PLOT, CLRPLOT )
KC-PASCAL für KC85/3 ( Kassette, wie oben, zusätzlich LINEPLOT, CIRCLE )
KC-PASCAL  Archiv mit KC-Pascal V4.1 bis KC-Pascal V5.1  (*zip, pma ca. 180 KB)
Bilder unten: KC-PASCAL Vers.  5.1  (1990, KC85/4, PASEX integriert) Handbuch , auf Abb. klicken  (pdf, ca. 91,6 KB)


Die Programmiersprache Pascal war beliebt, wurde aber als "Einsteigersprache" nicht so häufig genutzt wie Basic. Die Auswahl zur Verwendung der unterschiedlichen Programmiersprachen ging allgemein einher, mit der Fragestellung nach einer adäquaten Lösung spezieller Probleme, deren Modelle, ihren Entwicklungen und den Berechnungsmöglichkeiten.

Programmiersprachen   -  MicroDOS PASCAL      BASIC Seitenanfang
" Vater Bill "

Bill unser in Seattle , geheiligt werde Dein Microsoft.
Dein Windows komme , wie in America so in Europa.
Unser täglich MSN gib uns heute.
Und vergib uns unser OS/2, wie wir vergeben unseren Hackern.
Und führe uns nicht zu Unix , sondern erlöse uns von Apple.
Dein ist das Geld und das DOS und die Firma in Ewigkeit.
Enter