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KC 85/4 Handbücher  Schaltplan   Tastatur   Innenansichten   Aufrüstung KC 85/4  Preis: 4600,- M / 23.08.89  2150,-M /  05.07.90  102,- DM

Der KleinComputer KC 85/4 ist ein Grundgerät des KC85-Systems. Es wird ebenfalls, wie seine Vorgänger  als BASIS DEVICE bezeichnet. Im System auch kurz mit D001 ( Device 001) benannt . Vorgestellt wurde das Gerät zur Leipziger Frühjahrsmesse 1988. Erhältlich im allgem. Handel (republikweiten Fachhandel, z.B. RFT-Läden) etwa ab Ende des I. Quartals 1989, zu einem EVP von 4600 Mark. In der letzten Juliwoche 1989 wurde der Preis massiv gesenkt. Bis dato wurde der '3er häufiger verkauft, nun gab es einen Lieferengpass bei den '4ern. Auch die Modulpreise wurden, wenn auch deutlich später gesenkt. Zum Lieferumfang war als Einstieg auch stets die Kassette C0184 DEMO beigefügt. In der Grundausstattung wird das Magnetband in Kassettenform als externes Speichermedium verwendet. Ein Kassettenrecorder ist hierzu zwingend notwendig und kann eigentlich nicht als Zubehör gewertet werden. Das BASIS DEVICE bildete die Grundlage für ein sehr, bzw. das erweiterungsfähigste (skalierbare) Computer-System für den Heimbereich. Sein unmittelbarer Vorläufer ist der beliebte KC85/3, der sich in seiner Farbgebung vorwiegend im zeitlosen schwarz präsentiert. In der Kundeninformation 11/1988 werden einige Unterschiede des KC85/4 erklärt.

Der KC 85/4 arbeitet mit einer U880 ZRE (Zentrale Rechen Einheit = Central Processing Unit - CPU). Der Systemtakt beträgt ca.  1,7735 MHz. Etwas mehr als bei den anderen Basisgeräten, die mit 1,75 MHz takten. Die drei EPROMs sind aufgeteilt in CAOS C 4 KByte, CAOS E 8 KB und HC-BASIC 8 KB. CAOS ist das Betriebssystem der Grundgeräte. Der 85/4 besitzt 128 KB RAM. Davon sind 64 KB für den Bildwiederholspeicher IRM (Image Repetition Memory) reserviert, 64 KB sind für den Anwender frei nutzbar. In der Regel wird der zu verwaltende Speicher in 16KB-Blöcke eingeteilt. Durch Einblenden verschiedener Blöcke in den adressierbaren Speicherbereich (64 KB) des Prozessors können bis 4 MB verwaltet werden. An der Frontseite werden die Tastatur und das Kassettenlaufwerk angeschlossen. Hier befinden sich auch zwei Schächte (Slots) zur Aufnahme verschiedener Module.

Auf der Rückseite befinden sich ein ExpansionsInterface zum Anschluß der Aufsatzgeräte. Mit dem Antennenstecker kann das Gerät an einem normalen Fernseher (Bildwiedergabegerät) angeschlossen werden. Anders als beim KC 85/3 ist beim KC 85/4 der Kanal 36 am Fernsehgerät einzustellen. Am Kleincomputer ist auch ein RGB (FBAS) Anschluß vorhanden. Über ein spezielles RGB-Kabel läßt sich das Gerät über ein Scartstecker mit einen handelsüblichen Fernseher (RGB-Eingang) verbinden. Durch dieses Signal verbessert sich die Bildqualität deutlich. Auch die Generierung von Tönen ist möglich. Dazu hat der KC 85/4 zwei Tongeneratoren mit einen Tonhöhenumfang von 2 x 5 Oktaven. Somit ist auch eine Stereo-Ton-Ausgabe möglich ! ( Klangereignis "Lucia" MP3 151 KB )
Die wichtigsten technische Details werden im mitgelieferten System-Handbuch ausführlich beschrieben.

Durch das modulare Prinzip ist möglich verschiedene Ausbaustufen zu erreichen. Von einem Minimalsystem mit Floppydisk, bis hin zu einem Maximalsystem. Zusätzlich zu den angebotenen Produkten des VEB Mikroelektronik "Wilhelm Pick" Mühlhausen, kurz VEB MPM genannt, kann man auch eigene Entwicklungen einbinden. Das offene modulare Prinzip und die Möglichkeit eigene Hard- und Softwarelösungen zu nutzen, sind wesentliche Gründe für die Beliebtheit dieser Geräte.  ( s.a. D002 BUSDRIVER )

Unten im Bild ist eine allgemeine Kartonverpackung zum KC85 zu sehen. Bei den meisten verkauften Geräten fiel der Hintergrund der Artikelaufkleber / Banderolen im hellblauen Design aus. Der Gerätetyp war dort angegeben (KC85/4, KC85/3). Eingepackt war das ganze Innenleben des Kartons ursprünglich in weiches Seidenpapier.   ( allgem. Verpackung , auf Bild Klicken )


Leider nicht mehr gut zu sehen, der Preis auf dem Kassenzettel 2700 Mark. Der KC85/4 mit 2150,- M und ein  LCR-C-DATA  mit 550,- M. Der Gesamtwert entsprach zu dieser Zeit ca. 570 Arbeitsstunden (Netto im Durchschnitt). Der ursprüngliche Preis des KC's von 4600,-M wurde, etwa vier Wochen vor dem Kauf am 23.08.89 , auf  2150,- Mark heruntergesetzt. Zum Lieferumfang des D001 BASIS DEVICE gehörten: Das KC 85/4-Grundgerät, die KC85/4-Tastatur, die KC85/4-Dokumentation.

Die KC85/4-Dokumentationen bestehend aus:
Dem System-Handbuch, dem BASIC-Handbuch, den BASIC-Übersichten.
Handbücher  (auf Abbildungen klicken) Schaltplan , PDF ca. 21,83 MB / ... mit freundlicher Genehmigung Guido S. Seitenanfang
System-Handbuch  * pdf ca. 2,94 MB BASIC-Handbuch  3,16 MB ,  BASIC-Übersichten  148 KB

Die abgebildeten Handbücher sind im original 14,5 x 20,5 cm groß. Gedruckt in  HELVETICA. Die Gerätespezifikationen sind im System-Handbuch genau ausgeführt. Es werden das Gerät und seine Nutzung unter dem Betriebssystem  CAOS 4.2 ausführlich beschrieben.
Das Systemhandbuch erschien in zwei Varianten. Die hier vorliegende Variante ( CAOS 4.2 )  mit Farbbalken und 136 Seiten und eine mit 124 Seiten, mit 2 leeren Notizseiten am Ende. Beide mit dem Vermerk: Redaktionsschluß 1988.

Die  Korrekturen  zum System-HB v. Mario Leubner Aug/2002, wurden in diesem Handbuch  eingearbeitet.
Im BASIC-Handbuch gibt es zu der Beschreibung des HC-Basic auch einige Anleitungen und Beispiele zur Programmierung. Einen schnellen Überblick zur Befehlssyntax, des im Eprom abgelegten HC-BASIC verschaffen die Basic-Übersichten.

Allgemeiner  Softwarkatalog  vom 25.10.1989 ( pdf 488 KB )
Garantieurkunde Sehr genau nahm man bei den  Geräten die Garantie bedingungen.
Tastatur Seitenanfang
Im Bild rechts, eine Tastatur älteren Semesters. Hier wurde die Tastaturbeschriftung noch mit Farbe aufgetragen. Dadurch wirkt das Aussehen etwas kontrastreicher, letztlich auch durch die Möglichkeit unterschiedlicher Farbgebung. Bei den neueren Tastaturen wurden die Bezeichnungen bereits "photonengemeißelt". Der verwendete Kunststoff neigt sehr leicht zu Vergilbungen durch Sonneneinstrahlung und biochem. Einflüsse (Plack).  

Ursprünglich gab es extra zum KC85/2 (siehe da) ein Handbuch zur originalen Tastatur. Im Handbuch  KC85 KEYBOARD  wird diese Standardtastatur genau beschrieben. Darin enthalten ist auch der Schaltplan.

Innenansichten
BASIS DEVICE
Aufrüstung      Tastatur      Gehäuse      Netzteil Seitenanfang    
Oben im Bild sind sehr gut die hinteren Anschlüsse des Grundgerätes zu sehen. Von links nach rechts: Netz , Antenne (VHF) , RGB/FBAS und das Expansions-Interface zum Verbinden mit einem Aufsatz.
In diesem Bild, die Ansicht der Frontseite ohne oberen Gehäusedeckel.

Nach dem Lösen der kleinen oberen Platine ist ihre Bestückungsseite zu sehen und die Art wie die kleinere BUS-Treiberplatine  mit der Grundplatine verbunden ist. Dadurch ist auch der volle Blick auf das Hirn und Herz des kleinen Rechners zu sehen.
Die drei EPROMs von links nach rechts: CAOS E, USER C mit HC-BASIC und CAOS C. Rechts davon sind in waagerechter Anordnung die acht Speicher IC's (DRAM U6164) zu sehen. Darunter unmittelbar unter dem Widerstandsfeld, ebenfalls in waagerechter Anordnung die zentrale Recheneinheit U880. Die DRAMs für den IRM liegen ganz links, je 4 ICs in der dritten und vierten Reihe. Hier rechts flankiert von grünen Kondensatoren.

( Informationen zur  Aufrüstung  auf Bild klicken oder zurück zum  Seitenanfang )

Der modulare KC85/4 war von den vorausschauenden Computerbauern aus Mühlhausen schon für weitergehende Entwicklungen vorbereitet. So kann man auch nach dem Untergang des Herstellers die vorbreitete Platine zur  Aufrüstung  nutzen. Es ist problemlos möglich den Speicher intern auf 256 KB zu erweitern. Die Leiterzüge für einen 8 KB großen Eprom gegenüber den 4 KB CAOS C sind schon vorhanden. Voraussetzung ist dann ein neues Betriebsystem, daß diese Veränderung dann auch verwalten kann.

Innenansichten
TASTATUR
   Basis Device      Aufrüstung       Gehäuse      Netzteil Seitenanfang
Die Tastatur wurde aufgeschraubt und das Oberteil nach oben  aufgeklappt.
Die Platine mit den ICs auf den Pappuntergrund wurde anschließend nach unten geklappt.

 

Zum Vorschein kommt eine gelöcherte Isolierfolie. In den Löchern sind die Kontaktstempel aus leitendem Gummi zu sehen. 

Darunter die Platinenseite mit den Kontaktflächen. Bei Berührung wird durch das Schließen mittels der leitenden Stempel ein elektrischer Impuls ausgelöst und als Signal weiter gegeben.

Nach entfernen der weißen Isolierfolie liegt eine weitere steifere Plastfolie vor, in der die Gummistempel lose eingesetzt sind. Durch die Art der Lagerung werden sie in Form und auf Distanz gehalten.
Unter der Halterung für die Kontaktstempel liegt eine weiter isolierende Folie.
Darunter eine angepaßte Metallplatte. Diese verhindert das durchfallen der Tastenköpfe und bildet die Anschlagsgrenze des Tastenhubes. Die Rückfederung wird aus den Eigenschaften der Gummistempel gewonnen. Nach sehr langem Gebrauch können diese einer Materialermüdung erliegen.
Die obere Gehäuseschale mit den Tastenköpfen, von der unteren Seite aus gesehen.
Innenansichten
GEHÄUSE
Basis Device      Aufrüstung      Tastatur      Netzteil Seitenanfang
Die Führungsschienen werden von innen an der Frontseite eingehängt und an der Rückseite mit Zylinderschrauben befestigt. Sie dienen nicht nur zur Führung der zu steckenden Module, sondern auch zum befestigen der zwei Platinen. Dadurch das diese Platinen bereits mit Flachbandkabeln  (siehe auch bei "Aufrüstung")  verbunden sind, verlangt es etwas Geschick die Führungsschienen zwischen beiden Platinen zu montieren.
Innenansichten
NETZTEIL
Basis Device      Aufrüstung      Tastatur      Gehäuse Seitenanfang
In den Netzteilen werden folgende Sicherungen verwendet, Glassicherungen (Feinsicherungen) :  0,315 A träge und  2,5 A flink.

Allgemeines aus der Gerüchteküche:
Auch war der Neubau eines 16-bit Heimcomputers gedanklich in Vorbereitung. Einige gut durchdachte Analysen zur Produktion eines "KC S900" wurden III/IV 1989 erarbeitet. Es sollte ein Computer mit besserer, schnellerer Grafikausgabe speziell für Spiele werden.

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